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14 Erzähle ein witziges Erlebnis

Servus ihr Lieben!

Also, eine Begebenheit aus meinen unterhaltsamen Leben...

Bahn zu fahren kann recht vergnüglich sein, vorausgesetzt man hat einen Rettungsanker in Form von guter Musik und zwei verlässlichen Ohrstöpseln bei sich, um sich bei Bedarf aus der Realität und dem Geschehen um sich herum auszuklinken, und sich in eine herrlich schützende Seifenblase aus „Geht mich nicht's an – ich hör' leider nichts“ zurückzuziehen.

Ich hatte an einem Dienstag dieses Glück nicht, und bemerkte zu spät, dass der Akku meines kleinen Nano leer war. Schön, saß ich eben ohne Rettungsanker im Zug, schutzlos dem Geplapper und der Anwesenheit anderer Pendler ausgeliefert. Noch dazu war es nicht ein beliebiger Tag, sondern Faschingsdienstag, was auch die vereinzelten Kaninchen, Eisprinzessinnen und Piraten unter den Schülern erklärte.

In meiner unmittelbaren Nähe saßen drei Teenager, ein Mädchen und zwei Jungen, und mir fiel auf, dass sie einen liebevollen, freundlichen Umgang miteinander pflegten, so als ob sie schon lange Freunde waren. Mädchen und Knabe Nummer eins guckten auf das Handy, der dritte im Bunde lernte, das aufgeschlagene Geschichtsbuch auf dem Schoß.

Sie sah billig aus. Was sich weniger auf ihre angeborenen Besonderheiten, sondern vielmehr auf ihr Styling bezog. Netzstrümpfe, kurzer Rock, schnell hingepfuschtes Make-Up. Dennoch verriet irgend etwas, dass sie nicht jeden Tag so herum lief. Die beiden Knaben waren ganz sie selbst, trotz des närrischen Themas des Tages. Und das bewies der mit dem Handy in der Hand auch gleich.

Er hob den Kopf und musterte das Mädchen. „Gehst du als...äh...“ Er wagte es kaum seine Gedanken auszusprechen, sein Blick war allerdings sehr bedeutungsvoll.

Sie lächelte gefasst. „Ließe sich vermuten, aber: nein. Ich bin eine Drag-Queen.“, verriet sie nicht ganz ohne überlegenem Stolz.

Was mich dazu veranlasste ein paar Fragen in den Raum zu werfen. Wo waren die High-Heels? Das über und über glitzernde Make-Up? Was war mit der toupierten Perücke passiert? Und war es zu viel verlangt sich falsche Wimpern zu wünschen? War dem armen Mädchen am Ende gar bei einem Überfall gut die Hälfte des Kostüms geraubt worden?

Der Junge dachte bestimmt nicht in ähnlichen Bahnen wie ich, aber er kannte sich genauso wenig aus.

„Eine was?“

„Eine Drag-Queen.“ Das Mädchen rückte sich in ihrem Sitz zurecht und hob das schmale Kinn an. Noch Fragen, Baby?

„Aha.“ Der Junge gab auf und widmete sich wieder den Führerschein-Prüfungsfragen auf seinen Handydisplay.

Sie schwiegen die nächsten Stationen beschäftigt, bis das Mädchen aufstand und sich verabschiedete. Die Jungen wünschten ihr freundlich einen schönen Tag. „Und du bist dir sicher, dass du keine Prostituierte bist?“, rief ihr Knabe Nummer eins noch sicherheitshalber nach, bevor sie ausstieg.

„Ja!“ Ihr Lachen verklang zwischen anderen Passagieren und dem Klacken der sich öffnenden und wieder schließenden Türen.

Der Junge wandte sich an seinen bis jetzt Großteils schweigenden Freund. „Als was war sie nochmal verkleidet?“

„Nutte, oder?“, kam es murmelnd vom Geschichtsbüffler.

„Ja, eben. Das war doch eindeutig eine Prostituierte.“ Der Knabe nickte, sich selbst Bestätigung gebend. „Eine Prostituierte.“ Er sah ein paar Augenblicke sinnierend ins Nichts vor sich, dann neigte er den Kopf ein wenig zur Seite. „Aber warum zum Teufel verkleidet man sich als so etwas?“

Ich hätte den Knaben gerne ein wenig auf die Sprünge geholfen, und gerne auch ihrer Freundin, die ihr Kostüm ein wenig verfehlt hatte, aber es gibt Dinge, die stehen einem als unbeteiligtem Statisten einfach nicht zu. Aber eine Erkenntnis war während der zwanzig Minuten Fahrzeit in mir gereift: man hatte es als Drag-Queen nicht leicht, egal ob man nun eine echte, oder bloß eine verkleidete war.

#wirsindtraumfaenger

14.3.17 19:05
 
Letzte Einträge: 29 Ein wahr gewordener Traum, 30 Wie hältst du Träume fest?, Servus ihr Lieben!, MUSENKÜSSE, Wie versprochen..., Harry Potter und ich


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