Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    tagebuch-einer-liebenden

    wahrheitstraeumerin
   
    anderswo.ist.nirgendwo

    - mehr Freunde


Letztes Feedback
   7.03.17 10:08
    Schwule Vampire? Klingt
   17.03.17 15:03
    Hallo Maryvkelly :),
   17.03.17 15:05
    * hier nochmal der Link:
   17.03.17 15:08
    So alle guten Dinge sind


http://myblog.de/maryvkelly

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
11 Besuche eine Buchhandlung

Servus ihr Lieben!

Ja, ich war in einer Buchhandlung, und ich habe auch ein Buch gekauft. Aber das wirklich Interessante was an diesem Tag geschehen ist, war das was mir im Ambiente des schmucken Buchladens in den Sinn kam...

Jenen, die meinen Blog regelmäßig verflogen, sind Carlinos und Sesso bereits ein Begriff. Hier gibt es gleich ein bisschen mehr von den zwei faszinierenden Untoten... Viel Spaß!

„Ist es ein bestimmtes Buch nach dem du suchst?“, erkundigte sich Sesso interessiert bei seinem blonden Gefährten, rückte über die weiche Matratze des Bettes ein Stück näher an ihn heran und küsste dessen nackte Brust.

Carlinos wollte sich davon nicht beirren lassen. Gedankenverloren ließ er eine seiner kurzen Locken durch die weißen, feingliedrigen Finger gleiten und blickte zur Zimmerdecke empor. „Es ist kein spezielles Buch, aber ich würde gerne etwas über Nordmänner und deren Götterwelt erfahren. Das hat mich eigentlich schon immer interessiert. Ich bin bloß noch nicht dazu gekommen mich mit diesem Thema auseinander zu setzen.“

Sesso schmunzelte, die dunkel gefärbten Lippen dicht an Carlinos' makelloser Haut. „Wenn's dich aufmuntert: dir bleibt die Ewigkeit, Sweetheart.“ Er küsste den Körper des untoten Frontmans abermals, als Carlinos aber nicht weiter auf seine Zärtlichkeiten einging, beschloss Sesso sich eben doch mehr der Seele und Gedankenwelt seines Liebsten zu widmen, denn seinen hinreißenden physischen Vorzügen.

Carlinos' bleigraue Augen hefteten sich auf ihn. „Ich spüre, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist.“

„Na gut.“ Unkompliziert, wie Sesso oft war, ließ er von Carlinos' Nacktheit ab, schwang sich aus dem Bett und begann sich anzukleiden. Blaugraue Jeans, grün-blau gestreifte Socken und ein blassblaues Hemd mit feinen grünen und violetten Nadelstreifen. Wie es aussah war dem sexy Untoten tatsächlich frühlingshaft zumute.

Carlinos sah ihm leicht perplex zu. „Was machst du da?“

Sesso fuhr sich durch das schulterlange braune Haar und steckte sich eine aromatisch duftende Zigarette an. „Na komm, wir gehen.“ Er langte quer über das Bett und griff nach der Hand seines Gespielen.

„Wo-hin?“

„Zu meinem Lieblings-Buchdealer.“

„Du hast einen Buchdealer?“

„Na hör mal!“ Sessos mystisch dunkle Stimme hätte kaum empörter klingen können. Doch, vielleicht wenn man ihm vorgeworfen hätte die gesamte Menschheit zu lieben. Oder wohltätig zu sein. Und wie es aussah war der finnische Vampir der Meinung, dass jedes Wesen, welches etwas auf sich hielt, wohl auch einen Buchhändler seines Vertrauens an der Hand haben sollte.

„Sesso, draußen ist es hell.“, wandte Carlinos noch immer skeptisch ein.

„Ja, aber es regnet. Ich borg' dir meine Sonnenbrille.“

„Ich HABE eine Sonnenbrille.“

„Was soll dann das Gejammer?“ Sesso lächelte den ehemaligen Mastermind liebevoll an. „Sag' bloß dir graut vor frischer Luft!“ Er zog Carlinos mit einem Ruck aus dem Bett, tat einen ausladenden Griff in den Kleiderschrank und drückte dem süßen Gespielen ein Bündel Klamotten in die Hand. „Los Baby, wir spielen: Zieh an was der Zufall dir schenkt!“

Carlinos verzog erst ein wenig unwillig die roten Lippen, dann jedoch huschte ein Lächeln über sein hübsches Gesicht. „Was, schon wieder? Erinnerst du dich was letztes Mal geschehen ist?“

„Klar“ Sesso zog an seiner Zigarette. „du hast einen neuen Modetrend kreiert. Ist dir aufgefallen, dass plötzlich viel mehr Menschen Mützen mit Katzenohren tragen, als früher? Noch dazu in Kombination mit einem Ringelstreifen-Shirt.“

Carlinos schüttelte den Kopf und schlüpfte in die auserkorene Kleidung. „Es verwundert mich noch immer, dass du ein derartiges Teil besitzt.“

Sesso grinste und seine spitzen Eckzähne blitzten. „Mich auch. Ich weiß bis heute nicht wo der Fetzen her kam.“

Carlinos trug seine Sonnenbrille. Außerdem dunkelblaue, lässig zerrissene Jeans, welche er unten ein Stück hochgeschlagen hatte, da Sesso um ein paar Zentimeter größer war als er selbst. Ansonsten passte die Kleidergröße, die Vampire waren beide von eher schmaler Statur. Carlinos' Oberkörper umschmeichelte ein schwarzes Hemd mit langen Ärmeln, dazu trug er eine mittelgraue Anzugweste, welche hervorragend mit seiner Augenfarbe harmonierte, und darüber seinen eigenen, schwarzen Feinkordmantel, den ihm Sesso als Dresscoach freudlicherweise erlaubt hatte. Der hübsche Vampir sah aus wie eine Fusion aus Hochzeitscrusher und Rockabilly. Und man konnte nicht verhehlen, dass ihm dieses Outfit stand.

Der Buchdealer, welchem Sesso sein Vertrauen schenkte, residierte ein Stück vom Hauptplatz entfernt in einem alten Landhaus, welches unter Denkmalschutz stand und auffällig an kleine, englische Cottages erinnerte. Nur aus einem Geschoss bestehend und ebenerdig zu begehen, war die Buchhandlung nicht mehr oder weniger als das was sie war, nämlich ein putziges uraltes Wohnhaus, welches man in jedem Zimmerchen an den Wänden vom Boden bis zur Decke mit Büchern diverser Genres vollgestopft hatte. In der Mitte des Hauses befand sich ein einziger, gemauerter Kachelofen, welcher das gesamte Gebäude heizte. Und das war, angesichts der erst frühlingshaften Temperaturen draußen, und der kaum vorhandenen Isolierung, auch bitter nötig.Sesso betrat den Laden wie er pflegte alle Räume zu betreten - als würden sie ihm gehören. Und obwohl das auf die meisten Etablissements und Wohnungen nicht zutraf, so gestand es jeder dem Untoten ohne weiteres einfach zu. Sesso war anders. Noch dazu auf eine derart selbstsichere und gleichzeitig charmante Weise, dass einem gar nicht in den Sinn kam, ihn wegen ungebührlichem Verhalten zurecht zu weisen.

„Grüß dich Pavel. Na wie geht's?“ Der skandinavische Vampir lächelte den Buchhändler mittleren Alters freundlich an, und Carlinos erkannte am Tonfall seines Gefährten, dass Pavel wohl einer jener wenigen Sterblichen war, welche Sesso tatsächlich am untoten Herzen lagen. Aber selbst wenn man zu diesen Privilegierten gehörte, garantierte einem das nicht, dass man Sessos Gegenwart überlebte.

Der Buchhändler lehnte sich über den Tresen, schüttelte Sesso die kühle Hand und rieb sich gleichzeitig mit der Linken über die Augen. Seine Kontaktlinsen klebten und kratzen, manchmal hasste er diese verdammten Dinger! „Hallo Sesso. Verrate mir, womit kann ich dir heute eine Freude bereiten?“

Carlinos erstarrte. DAS sollte man einen Vampir NIEMALS fragen. Und schon gar nicht Sesso! Der untote Frontman sah vor seinem geistigen Auge schon Blutfontänen über die Buchrücken in den Regalen spitzen und die Eingeweide des Buchhändlers auf das Verkaufspult klatschen und darüber hinweg rutschen. Vorsichtshalber sah sich Carlinos unauffällig im Laden um. Außer ihm und Sesso befand sich nur noch ein Mann mit seiner Tochter im Grundschulalter in der Buchhandlung. Sie standen ein gutes Stück voneinander entfernt und stöberten in unterschiedlichen Regalen, interessiert an dem Genre, welches dem persönlichen Geschmack entgegen kam. Natürlich. Wenn Sesso ausrastete, dann würde es Carlinos vielleicht gelingen die beiden in Sicherheit zu bringen. Vielleicht. Naja, der Mann war dem ehemaligen Frontman fast egal, aber das Kind... Carlinos nahm die Sonnenbrille ab und steckte sie in die Innentasche seines Mantels, vorsichtshalber.

Sesso blieb jedoch gelassen. „Oh, ich finde einfach nur in deiner netten Buchhandlung zu stehen, ist schon das reinste Vergnügen.“ Was nicht ganz stimmte. Wenn man den Hauch einer Ahnung hatte, was der liebe Sesso alles als VERGNÜGEN definierte.

Pavel lächelte geschmeichelt. „Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seine Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“, wie mein Großvater immer zu sagen pflegte.“

„Ich weiß. Er war ein netter Kerl“, rutschte Sesso im Plauderton heraus, denn natürlich hatte er Pavels Großvater gekannt. Und auch das Zitat, welches ihm gerne über die Lippen gekommen war. Er war auch Buchhändler, und Sesso damals schon einer seiner Kunden gewesen. Aber das wusste Pavel natürlich nicht. Außerdem war sich Sesso sicher ein wenig mehr über die Vorlieben und Besonderheiten des sympathischen Alten zu wissen als sein Enkel selbst. Pavel sah ihn überrascht an, und Sesso spürte Carlinos' abwartenden Blick auf sich ruhen. „Du redest doch dauernd davon.“, erklärte Sesso schließlich unbeeindruckt von seinem Versprecher weiter. „Vor allem wenn du die Karl May Sonderbände abstaubst und neu in die Regale schlichtest.“

Carlinos trat näher an seinen Gefährten heran. „Sesso, sag nicht, du hattest früher mal etwas mit seinem Großvater...“, raunte er ihm zu.

Sesso lächelte fein. „Das kannst du nicht beweisen.“, flüsterte er dezent zurück.

Carlinos schüttelte den Kopf und schenkte seinem Gefährten ein großmütiges Lächeln. Mit diesem Untoten seinen Weg zu gehen, konnte wirklich eine Herausforderung sein. Für jeden der ihm begegnete.

„Heute geht es nicht um mich Pavel“, erklärte Sesso ruhig und genehmigte sich eine Zigarette. Und obwohl ihn der Buchhändler wegen dieser Frechheit und Gefahrenquelle hochkant hinauswerfen hätte sollen, tat Pavel nichts dergleichen. Sesso genoss offenbar Narrenfreiheit. Carlinos entglitt abermals ein Lächeln. Jedem die Freiheit die ihm gebührte.

„Es geht um meinen Freund hier, Carlinos.“, sprach Sesso weiter und deutete mit einer eleganten Geste zu seinem Vampirgefährten. „Er interessiert sich für die nordische Götterwelt.“

„Oh, da hab ich etwas!“, freute sich Pavel sofort, ließ seine nervigen Linsen Linsen sein, trat hinter dem Tresen hervor, und eilte in eines der angrenzenden Zimmer, Carlinos mit sich winkend. „Da hab ich sogar EINIGES, Junge! Komm nur!“

Sesso sah zu wie Buchhändler und süßer, blondgelockter Gefährte verschwanden, und schlenderte entspannt die Regalreihen entlang, den wachen Blick aus blasstürkisen Augen ließ er respektvoll über die unterschiedlichen Werke gleiten. Er mochte Bücher, sogar sehr. Er liebte sie. Und er wusste welch ein Privileg es war sie lesen zu können. In der heutigen Zeit beachtete das kaum jemand mehr, weil schon die kleinen Kinder in der Schule lesen und schreiben lernten. Einige fanden es sogar nervig, und viele konnten es überhaupt nicht leiden sich mit dem ganzen Buchstabensalat auseinander zu setzen, und die einzelnen Worte in Reih und Glied zu bringen, aufdass sie einen Sinn ergaben. Fernsehen war viel praktischer. Da musste man nichts tun, sich nicht einmal großartig konzentrieren. Man brauchte nur herumzuhängen, die Augen halb offen halten, sich berieseln lassen und im Delirium des lähmenden Alphazustandes auf die Sofakissen sabbern. Sesso hatte nichts gegen das Fernsehen. Aber es weckte nicht das selbe magische Gefühl und die gleiche Glückseligkeit in ihm, wie wenn er ein für ihn neues, unbekanntes Buch in Händen hielt. Er gestattete sich ein schmutziges Grinsen. Außerdem hatte er schon Dinge in Bibliotheken erlebt, dagegen kam das was so in Sexkinos vor sich ging einer Bibelstunde gleich.

Sesso hatte als Kind nicht mehr gelernt als seinen Namen zu lesen und ihn in windschiefen Buchstaben mit der nicht-dominanten Hand auf eine alte Schiefertafel zu kritzeln. Bis das Schicksal eines Tages geneigt war, ihm einen Wunsch zu erfüllen. Und es kam jemand der Sesso das Lesen lehrte. Diesen Freund würde Sesso niemals vergessen.

Der finnische Vampir nahm gerade eines der Bücher in die blassen Hände und blätterte hinein, als ein spitzer Schrei die wohltuende Stille der Buchhandlung zerriss. Sesso wandte den Kopf und sah wie der männliche Kunde das kleine Mädchen in Richtung Ausgang zerrte, offenbar hatte er es plötzlich sehr eilig mit seiner protestierenden Tochter weg zu kommen. Gleichzeitig kamen Pavel und Carlinos aus dem kleinen Zimmer gelaufen, um zu sehen was vor sich ging.

Denn an der Sache, dass Vater und Tochter das Geschäft verlassen wollten, gab es einen Haken. Das schreiende, sich wehrende Kind war nicht die Tochter des Mannes.

Morgen geht's weiter!

Liebe Grüße und Adieu – Mary V. Kelly

#wirsindtraumfaenger

11.3.17 11:33
 
Letzte Einträge: HALBZEIT! So, und das feiern wir gleich mit einer Frage für's Herz..., 18 Warum liebst du Bücher?, 19 Dein liebster Buchmensch, 20 Das Buch für eine einsame Insel, 22 Empfiel eine/n Debütanten/-in!, Heute ein kleiner Sprung zurück in die Kindheit...


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung